Tschüß Ätsch. Willkommen in der Transformation.

Tschüß Ätsch. Willkommen in der Transformation.

Beliebt sind Interpretationen des Milchkonsums, um gesamtgesellschaftliche Entwicklungen daran abzuleiten und das dann in einen einfachen Zusammenhang von Gewinnern und Verlierern zu bringen – dieses Ätsch zwischen den Zeilen. Aber hilft uns das, wenn wir gestalten wollen und müssen?

Tatsache ist, dass wir 2022 etwa 900 Gramm weniger Trinkmilch pro Kopf und Jahr im Lebensmitteleinzelhandel kaufen als im Corona-Jahr davor. Man nennt es „Rekordtief“. Und ja, die pflanzlichen Alternativen bewegen sich bei einer Absatzmenge, die zwischen Weide- und Biomilch liegt und sich im einstelligen Prozentbereich entwickelt.

Wenden sich Verbraucher also von der Milch ab? Nein. In Zahlen kaufen wir im LEH im Schnitt etwas bei 46 Litern pro Jahr und Kopf, neun von zehn haben Milchprodukte zuhause und in einer Befragung im Januar 2023 glaubt über die Hälfte, auch in 10 Jahren noch mind. überwiegend Kuhmilch zu verzehren.

Viel bemerkenswerter ist, wie sich Verbraucher:innen innerhalb der Kategorie orientieren: Die Weidemilch konnte 2022 ein Wachstum von über 30 Prozent (!) generieren – macht im Dezember ca. acht Prozent des Milchvolumens aus. Trinkmilch in Bioqualität stellt ca. dreizehn Prozent.

Konstruktiv betrachtet

Verbraucher:innen sind offensichtlich weniger dogmatisch als mancher Headliner: Sie probieren neue Produkte aus und verwenden, was ihnen schmeckt – auch in Kombination.

Mit Blick auf den Milchkonsum bewegen wir uns weiter entlang der Verzehroptionen, die die Deutsche Gesellschaft für Ernährung vorschlägt.

Die Nachfrage nach Produkten, die für besondere Haltungsformen stehen, und darüber preislich über dem Durchschnitt liegen, ist da. Wird sie sich zu einer Mehrheit entwickeln – verbunden mit der notwendigen Wertschätzung aka Zahlungsbereitschaft? So dass Betriebe neue Wirtschaftsformen und regenerative Kreisläufe ausbauen können – ein bisschen Bullerbü gepaart mit smartem Fortschritt?

Wir können diese Zukunft alle zusammen fördern und haben es in der Hand, ob wir das Debattenklima auf toxisch und „Ätsch“ oder auf „Can do“ und Lösungen drehen.

Mit diesem Bewusstsein geht in den landwirtschaftlichen Betrieben und Molkereien die nächste Generation ans Ruder. Sie entwickeln nachhaltige Konzepte weiter. Wie sich das in die Praxis umsetzt, erzählen z. B. junge Landwirt:innen oder Nachhaltigkeitsmanager:innen und Experten bei „Let’s talk Milch“, den Podcasts und Veranstaltungen der Initiative Milch.



Quellen

  1. https://www.ble.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2023/230414_Milchbilanz.html
  2. ZMB und Nielsen IQ
  3. Befragungsdaten der Initiative Milch, Bonsai 2022, rheingold 2023
Dr. Karin Bergmann

Geschäftsinhaberin | Freie Diplom-Oecotrophologin | Dialog from farm to fork

1y

Gut zu wirtschaften heißt, schnell zu transformieren. Biodiversität gehört ins Glas, auf den Teller und in den öffentlichen Dialog.

Stefan Arnold

Chief Marketing Officer / Member of the Executive Board Swissmilk / HSG MBA, IMD Certification +15 years expertise of leading brands, brand growth. Sustainability in action.

1y

Gemeinsam in eine nachhaltigere Zukunft: Jeder Konsument, jede Branche, jedes Unternehmen, jedes Land. Wir alle tragen die Verantwortung unseren Beitrag zu leisten. In dem Sinne.... Tschüss Ätsch und setzen wir unseren Beitrag um und entwicklen uns weiter. #stopfoodwaste #sustainabledairy #yeswecan

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