Lasst uns den Perspektivenwechsel wagen!
Bildbeschreibung: Zwei Frauen und zwei Männer sitzen an einem Konferenztisch und sprechen freundlich miteinander.

Lasst uns den Perspektivenwechsel wagen!

Warum blickt das Ausland eigentlich optimistischer auf Deutschlands Zukunftschancen als die Deutschen selbst?

Laut dem neuesten „Trust Barometer“ der amerikanischen Kommunikationsagentur Edelmann schaut nicht einmal jeder vierte Deutsche (23%) optimistisch in die eigene ökonomische Zukunft. Nur Franzosen (19%) und Japaner (15%) sind pessimistischer. Unter Indern (77), Chinesen (69) und Amerikanern (43) ist die Stimmung dagegen erheblich besser. Das gilt nicht nur für die Bevölkerung im Allgemeinen sondern auch für Führungskräfte im Besonderen: Im aktuellen Global CEO Survey, für den PwC jährlich die Verantwortlichen der größten internationalen Konzerne nach ihrem Blick auf die Zukunft befragt, äußerten sich deutsche Manager*innen deutlich zurückhaltender als ihre Vorstandskolleg*innen in anderen Ländern.

Dabei hat Deutschland gerade erst den sechsmaligen Spitzenreiter Südkorea als innovativste Nation weltweit abgehängt und belegt im aktuellen "Bloomberg Innovation Index" den ersten Rang. Im Ranking der Wirtschaftsnachrichtenagentur folgt an dritter Stelle Singapur vor der Schweiz, Schweden, Israel, Finnland und Dänemark. Die USA landeten nur auf dem neunten, China auf dem 15. Platz. In drei Kategorien - Zahl der Patentanmeldungen, Hochtechnologie-Cluster sowie hochentwickelter Maschinenbau - gehört Deutschland zur Spitzengruppe. Berücksichtigt werden aber auch die Investitionen in Forschung und Entwicklung. Hier wirkten sich insbesondere die Milliardenausgaben der deutschen Autobauer in die Zukunftsfelder Elektromobilität und autonomes Fahren investieren, positiv im Gesamtranking aus, berichtet das Manager Magazin: „Insgesamt bescheinigt der Spitzenplatz im Ranking Deutschland eine hervorragende Ausgangsposition, um die Wirtschaftsleistung durch Innovationen voranzubringen, heißt es in dem Artikel“.

Derzeit scheint das Ausland optimistischer auf Deutschlands Zukunftschancen zu blicken als die Deutschen selbst. Selbst die oft gescholtene deutsche Gründerszene erfährt zunehmend Beachtung. So zitiert das Handelsblatt den Skype-Gründer und Investor Niklas Zennström, er halte deutsche Start-ups schon für spannender als die im Silicon Valley, weil sie „näher dran sind an den Maschinenräumen.“ Die typisch deutsche Vorsicht müsse jetzt gepaart sein mit Tatkraft, fordert Handelsblatt-Redakteurin Larissa Holzki in dem Artikel, schließlich habe „Deutschland in der zweiten Welle der Digitalisierung große Vorteile und alle Chancen“. Leider sind die von außen anscheinend leichter zu erkennen als aus der Binnensicht - lasst uns also den Perspektivenwechsel wagen!

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An dieser Stelle möchte ich regelmäßig „Aufgelesenes“ rund um Digitalisierung & Gesellschaft als Gedankenfutter zum Wochenende mit Ihnen/Euch teilen. #aufgelesen

Alexandra Moisescu

about:brands / MD + panta rhei / MD / Owner // Management Strategy & Digital Transformation & Brand Experiences & Net Working Health + Edutainment + Future Trends

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Auf jeden Fall interessante Frage... 

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Rhoda Fideler

CEO and Founder of MeritaCare. Women hygiene-automat supplier with sanitary products for Emergency Situations!

4y

Always look on the bright side of life 🙏

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Mikko Rieger

Working with Merchants, Banks and FinTechs on Payments | Payment Data

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Risto Siilasmaa, der Gründer von F-Secure und Leiter des Wiederaufbaus von Nokia beschreibt das Prinzip des "Paranoiden Optimisten". Der Paranoiden Teil arbeitet alternativen Szenarien, spielt diese durch, stellt die harten und problematischen Fragen und ist damit zu einem gewissen Grade gewappnet, wenn diese eintreten. Der Optimist ist dazu da um sein Umfeld zu unterstützen, Vertrauen aufzubauen und dies zu erhalten. Risto Siilasmaas Buch (https://www.paranoid-optimist.com/) wird zwar als Change Mgmt Buch vermarktet. Die Prinzipien sind jedoch im heutigen Geschäftsumfeld rascher Veränderungen gleichfalls gültig und hilfreich.

Fjodor Yauschew

Spreading courage, curiosity and empathy in the world to surf in front of the change curve together towards a better life.

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Pessimismus kann auch ein unglaublich starker Wettbewerbsvorteil sein! Dieser wurde unter anderem durch den Bloomberg Index bestätigt, warum daher ein notwendiger Perspektivenwechsel? Bevor wir also nur Copycats von anderen werden, lasst uns diese Stärke weiterentwickeln. Auszug: "Der Optimist setzt auf das Prinzip Hoffnung. Das ist bequem, denn wer hofft, muss nicht handeln. Der Pessimist hingegen ist kein Fauler. Eifrig und akribisch malt er schwarz. Das ist nicht l’art pour l’art, sondern eine clevere Strategiefindungsmethode. Auf der Grundlage des schlimmsten anzunehmenden Falls entwickelt er, wie er diese Situation entweder vermeiden oder ihr entgegentreten kann. Er macht einen Plan. Er bereitet sich vor. Er wappnet sich. Vor allem bleibt er Herr der Lage, während der Optimist sich dem Schicksal anvertraut. Der Super-GAU als Katastrophen-Impfung."

Karsten König

Vertrieb Automotive I Geschäftskunden I Deutsche Telekom Business Solutions GmbH

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Vielleicht "typisch" deutsch? Aber ohne Optimismus geht es nicht, das schafft Selbstvertrauen. Auf, Deutschland, mit Mut voran - das macht ja auch viel mehr Spaß!

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