Digital Leadership - Warum Empathie in der aktuellen Zeit so wichtig ist

Digital Leadership - Warum Empathie in der aktuellen Zeit so wichtig ist

Wenn ich mein persönliches Fazit aus knapp einem Jahr Remote-Arbeit in einem Wort zusammenfassen sollte, dann wäre es wohl: Empathie. Aus meiner Sicht ist sie DIE Kernkompetenz in dieser turbulenten Zeit - im täglichen (digitalen) Miteinander, privat genauso wie beruflich. Und auch nach der Pandemie wird Empathie nicht an Bedeutung verlieren, insbesondere nicht für Führungskräfte. Ihnen kommt in der modernen Arbeitswelt eine besondere Rolle zu, die sie nur durch aufmerksames Zuhören und kontinuierliches Lernen wirklich ausfüllen können.

Die digitale Transformation stellt neue Anforderungen an Führungskräfte. Sie müssen ihr Selbstverständnis neu definieren, um den digitalen Wandel in ihrer Organisation voranzutreiben und die Belegschaft auf diesem Weg mitzunehmen. Das galt natürlich auch schon vor 2020, doch die Pandemie hat den Wandel der Arbeitswelt und die Notwendigkeit digitaler Führungskompetenz weiter beschleunigt. Viele Beschäftigte werden auch künftig hybrid arbeiten, eine vollständige Rückkehr zum alten Arbeitsmodell wird es bei vielen Unternehmen nicht geben. Führungskräfte stehen nun zusätzlich vor der Aufgabe, trotz physischer Distanz und unterschiedlicher Arbeitsmodelle eine Kultur zu schaffen, in der sich alle Kolleginnen und Kollegen entfalten können und wertgeschätzt werden - so wie sie sind.

Empathie wird dabei eine zentrale Rolle einnehmen. Es gibt sehr viele gute Gründe, empathisch für andere Menschen zu sein - neben den offensichtlichen sozialen Effekten nimmt auch die Qualität von Prozessen, Produkten und Ideen durch Einfühlungsvermögen zu.

Empathische Führungskräfte fördern die Effizienz

Was zunächst nach einem Bauchgefühl klingt, lässt sich auch empirisch belegen: Eine aktuelle Studie von Microsoft gemeinsam mit KRC Research und der Boston Consulting Group zeigt, dass Beschäftigte, die mit empathischen Führungskräften zusammenarbeiten, effizienter sind. Befragt wurden für die „Work Reworked“-Studie etwa 500 Beschäftigte und 100 Führungskräfte großer Unternehmen in Deutschland.

Ein Arbeitsumfeld, in dem sich Angestellte von ihren Teamleiterinnen und Teamleitern geschätzt fühlen, motiviert zu proaktiven Lösungsvorschlägen (59 Prozent) und freier Meinungsäußerung, wie Arbeitsprozesse verbessert werden können (52 Prozent). Wer sich nicht von Führungskräften verstanden fühlt, bei dem oder der ist dieses Verhalten weniger stark ausgeprägt (37 Prozent; 34 Prozent).

Wir können viel voneinander lernen, wenn wir zuhören

Doch ein solches Team ist nicht nur effizienter, sondern auch zufriedener: Nahezu zwei Drittel (65 Prozent) der befragten Angestellten mit einer empathischen Führungskraft geben an, zufrieden mit ihrem Job zu sein. Der Anteil zufriedener Beschäftigter fällt auf 35 Prozent bei Vorgesetzten, denen kein empathisches Verhalten zugeschrieben wird.

Die Zahlen zeigen uns, dass sich empathische Führung lohnt. Doch wie sieht das in der Praxis aus? Was wünschen sich Kolleginnen und Kollegen? Es gibt nur einen Weg, das herauszufinden 😉 Ich denke, wir alle - mit Personalverantwortung oder ohne - können in der Pandemie viel voneinander lernen, wenn wir uns über unsere Vorstellungen austauschen. Deswegen habe ich meine Kolleginnen und Kollegen Tanita Martin, Lina Schröder und Ricardo Niepel gefragt, was Digital Leadership für sie bedeutet:

„Digitales Führen erfordert mehr denn je Empathie und Proaktivität: Es bedeutet, frühzeitig und regelmäßig auf Mitarbeitende und Kolleginnen und Kollegen zuzugehen. Mit ihnen offene Gespräche zu führen, in denen eigene Erfahrungen und Herausforderungen geteilt werden und in denen aktiv und mit Interesse zugehört wird.“ – Tanita Martin, Customer Success Manager

Wie das in der Praxis aussieht, weiß Lina. Ihre Managerin Nina Koch startete im April 2020 kurz nach dem Ausbruch der Pandemie in unserem Team für Business Applications:

„Meine neue Managerin während der aktuellen Situation kennenzulernen und Vertrauen zu ihr aufzubauen, war eine Herausforderung. Doch durch regelmäßige Video-Besprechungen, in denen es weniger um meine Arbeit als Customer Success Manager, sondern vielmehr um mein Wohlergehen im Homeoffice und (ganz wichtig) den ‚informellen Schnack‘ ging, ist es uns schnell sehr gut gelungen, das Eis zu brechen.“ – Lina Schröder, Customer Success Manager

Ob virtuell oder im Büro - bei Führung geht es schon lange nicht mehr darum, Wissen von oben nach unten weiterzugeben. Es geht um ein Selbstverständnis als Coach am Spielfeldrand, der die Bedürfnisse der Beschäftigten ernst nimmt und sie bestmöglich unterstützt - oder wie mein Kollege Ricardo zusammenfasst:

„Digital Leadership heißt für mich Individualität mithilfe von Verantwortlichkeiten und Freiheiten zu fördern und mich zu motivieren. Mein Manager formuliert es wie folgt: ‘Please act as your own CEO and prioritize every day the projects that have the highest impact on the customer, on you, on your team and our organization. Let me be your coach and sparring partner if you need.“ – Ricardo Niepel, Cloud Solution Architect

Was ich für mich und mein Team daraus mitnehme, ist vor allem eines: sich Zeit zu nehmen für die Menschen um uns herum - und ihnen die Gelegenheit zu geben, zu wachsen. Ich bin mir sicher, jeder und jede von uns kann daraus etwas für die Zukunft mitnehmen. Den wichtigsten Schritt können Führungskräfte jetzt machen, indem sie ihren Mitarbeitenden Zeit widmen, ihnen zuhören und Fragen stellen, sich für eine gute Work-Life-Balance einsetzen und geleistete Arbeit wertschätzen.

Klaus Wenig

Supply Chain | Biotechnology | CDMO | Pharmaceuticals

3y

Danke, Wolfgang Hoeffer. Die Unternehmenskultur auf Kurs zu bringen und den Fokus auf das Interesse am Mitarbeiter oder Kollegen zu richten, entspricht m.E. eindeutig den Erwartungen vieler Menschen,. Gerade in so besonderen Zeiten. Das Fazit vom persönlichen CEO finde ich sehr passend.

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Petros Chorosis

Azure Specialist bei Microsoft

3y

Sehr guter Beitrag Wolfgang Hoeffer 👍🏻

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Bastian Arntzen

Business Development | M&A | Post-Merger Integration | New Work Ambassador

3y
Nina Koch

Director Customer Success Continental Europe Slack "Unlock your productivity potential"

3y

das Wertvollste was wir haben sind unsere Talente - daher sollte auch ihnen die meiste Zeit und Aufmerksamkeit gehören.

Marleen Reininger

Microsoft EMEA Executive Office | Business Management, Strategy & Operations

3y

Liebe dieses Kommentar: “sich Zeit zu nehmen für die Menschen um uns herum - und ihnen die Gelegenheit zu geben, zu wachsen” 👏🏼

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