Das Kino braucht ein neues Bild von KI
Die Erde wurde in einem Atomkrieg verwüstet, der Großteil der Menschheit ausgelöscht. Humanoide, als Soldaten entwickelte Roboter richten sich gegen ihre Schöpfer. Als der menschliche Widerstand unter Führung von John Connor 2029 kurz vor einem entscheidenden Sieg über die zentrale Maschineninstanz Skynet steht, schicken die Roboter einen Terminator zurück in das Jahr 1984. Er soll die Mutter von John Connor töten, bevor sie ihren Sohn gebären kann.
Auch heute, 35 Jahre nach seinem ersten Auftritt prägt der Terminator, alias Arnold Schwarzenegger, die Vorstellung der Menschen von Künstlicher Intelligenz. Das belegt eine Allensbach-Umfrage im Auftrag der Gesellschaft für Informatik. Demnach assoziieren drei von vier Deutschen KI zuallererst mit dem Terminator, dicht gefolgt von denen, die zuerst an R2-D2 aus Star Wars oder an K.I.T.T. aus Knight Rider denken.
Das ist insofern erstaunlich, als dass all diese Maschinenwesen schon reichlich Jahre auf dem Buckel haben - und auch ein wenig erschreckend, weil sie so wenig mit dem zu tun haben, was KI heute wirklich ausmacht. Wenn es schon um Negativ-Assoziationen gehen soll, dann ist für mich immer noch Minority-Report (immerhin auch schon 2002 erschienen), der Film, der auf aktuelle Debattenthemen wie Gesichtserkennung oder Predictive Policing einzahlt. Aber weder die Zeit- noch die Kampfmaschine aus Terminator haben irgendetwas mit der realen Entwicklung von KI zu tun. Nun kann man sich natürlich fragen ob das eigentlich schlimm ist. Auch das immer noch beliebte Raumfahrt-Genre speist sich ja vor allem aus Phantasie und die Angst vor einer Aggression der Außerirdischen scheint derzeit nicht wirklich viele Menschen zu bedrängen. Dennoch würde ich mir irgendwann einen Film wünschen, der den aktuellen Stand der KI-Entwicklung intelligent umsetzt.
-------------------
An dieser Stelle möchte ich regelmäßig „Aufgelesenes“ rund um Digitalisierung & Gesellschaft als Gedankenfutter zum Wochenende mit Ihnen/Euch teilen. #aufgelesen
Industrial AI Moderator and Podcaster
3yAuch "Sally" ist hochaktuell und dürfte 70 (oder werden es dann doch 80 oder sogar 100?) Jahre nachdem von Asimov aufgeschrieben, zur Realität werden: "We take it for granted now, but I remember when the first laws came out forcing the old machines off the highways and limiting travel to automatics. Lord, what a fuss. They called it everything from communism to fascism, but it emptied the highways and stopped the killing, and still more people get around more easily the new way." "I, Robot" dagegen, auch von Asimov, sollte besser nur als Kino-Klassiker mit Will Smith, fortbestehen. Ich fordere seit längerem von der Europäischen Kommission das Recht für jeden Bürger auf 60 Minuten Einführung in das Thema KI. Erstens zur Entmystifizierung (das von den Kinofilmen geschaffene Bild korrigieren!), aber auch um wachzurütteln und die Menschen vorzubereiten auf die Änderungen, die KI in unserem Leben vorantreibt. Übrigens, auch solche Geschichten wie rundum GPT-3 und was es alles kann (!), verunsichern Konsumenten unnotwendig.
Tech B2B Marketing | Demand Generation | Multi-Channel Strategy
4yAllerdings finde ich die Interpretation der GI-Studie zu kurz gegriffen, das Durchschnittsalter der Befragten passt vermutlich nicht mit den Erscheinungsjahren der neueren Filme zusammen und verzerrt daher das Bild
Tech B2B Marketing | Demand Generation | Multi-Channel Strategy
4yAuch interessant zum Thema https://www.spiegel.de/netzwelt/web/kuenstliche-intelligenz-filme-und-serien-machen-es-realer-ki-schwer-a-1257759.html
Ministry of Education, Science and Culture Land of Schleswig-Holstein
4yDie Narrative gibt es, aber es müsste mal wieder richtig gute technikaffine Science Fiction (also zB ohne Aliens, Dinos und Zeitreisestories) verfilmt werden.
"Innovation ist nicht allein die Idee, Innovation ist die Umsetzung, also die Skalierbarkeit." Susanne Klatten
4y😂👍