Sehr gut. Ich hatte meine beiden Luft-Wasser WPs zu einer Zeit vor dieser ganzen Aufregung und den ganzen Hetz- und Desinformationskampagnen aus dem Hause Axel Springer installiert. In 2 ungedämmten Altbauten. Ohne Fußbodenheizung, und völlig problemlos. War etwas teurer als eine Gasheizung, hat sich aber schon mehrmals rentiert. Geringere Verbrauchskosten und Wartung ist praktisch Null. Imho entscheidend für den Erfolg ist nicht eine Überdimensionierung der WP selbst, sondern eine kluge und eher großzügige Auslegung des Wasserspeichers und das Schaffen einer ausreichenden Austauschfläche mittels Niedertemperatur-Heizkörpern (die sind etwas dicker als die "normalen"). Läuft. Seit 20 Jahren. stefan hajek Jens Schröder
Wissenschaftsjournalist, Podcaster, Moderator, Ex-Chefredakteur GEO, National Geographic Deutschland & P.M. Magazin +++++++ Co-Gründer „Studio Feynstein“. Ass. Partner bei Licennium
Ich habe gerade ein neues Wort gelernt: ANGSTPRÄMIE. Das Wort stammt aus dem wirklich starken Artikel des Kollegen stefan hajek in der aktuellen Ausgabe der WirtschaftsWoche. Und gemeint ist damit der Geldbetrag, den vor allem deutsche Hausbesitzer bei Umrüstung auf Wärmepumpen oft ohne Not zusätzlich bezahlen. Weil, so erklärt es der Wärmepumpen-Experte Marek Miara, weil manche Installateure die Sorge haben, dass bei einer passend dimensionierten Wärmepumpe im Winter das Haus der Kunden vielleicht doch nicht hinreichend warm wird – und die Kundschaft dann fuchsteufelswild. Eine vorsichtshalber viel zu groß ausgelegte Wärmepumpe hingegen... die hat ein solches Kunden-Wut-Potenzial nicht. Die schlägt sich allenfalls in einer höheren Stromrechnung nieder – und DAFÜR kann ja dann der Installateur nichts. Das ist halt dann... die Wärmepumpe Schuld. Oder die Grünen. Dies ist nur einer von mehreren Aspekten zu den besonderen Kosten von #wärmepumpen in Deutschland, die der Artikel beschreibt. Und die zu einem skurrilen Ergebnis führen: Die Umrüstung auf Wärmepumpen bei Bestandsbauten ist in Deutschland ist rund DOPPELT SO TEUER wie in anderen EU-Ländern, etwa in Dänemark, Frankreich, England oder Polen. Dass ein solcher Preisunterschied in Nachbarländern selbst bei Umbauten mit exakt dem selben Wärmepumpenmodell besteht – das zeugt von einem vollkommen dysfunktionalen weil offenbar sehr intransparenten Marktgeschehen. Und davon, das manche in Deutschland vergleichsweise sehr gut verdienen an diesem Geschäft und an der Verunsicherung der Leute. Wichtige Recherche! Link unten, allerdings Paywall. (Hervorragender Journalismus halt, manchmal kostet der auch was, aber natürlich nicht doppelt so viel wie in Frankreich, keine Sorge) #heizung #wärmewende #energie Johannes Kückens Dr. Florian Güßgen Horst von Buttlar Toralf Nitsch Dr. Wolfgang Gründinger Illustration: Dall-e
Gestern beleuchtete Frontal die Hetzkampagne. Ein Besitzer ließ sich einen Fachmann kommen. Eine Erstberatung attestierte die Unmöglichkeit eines Einbaus, da keine Fußbodenheizung verfügbar sei! Der Fachmann später: Kein Problem mit den entsprechenden Heizkörpern und Auslegung! Die Gründe der Falschberatung, seiner Meinung nach: Überfordert, zu wenig Wissen, kein Interesse an dieser Technologie!
So ähnlich ist mein Blick auf die ganze Wärmepumpenhisterie: Unsere Wärmepumpe ist seit 16 Jahren im täglichen Betrieb unseres damals neu gebauten Hauses nach KFW 40 Standard. Die niedrige Vorlauftemperatur für die Fußbodenheizung sorgt dafür, dass die WP nur selten aktiv wird. Einzig die Warmwasserheizung haben wir von automatisch auf manuell gestellt, sodass es schlicht nachts kein warmes Wasser gibt. So geht die Warmwasserheizung erst ab 6 Uhr morgens in Betrieb, gestützt durch einen Batteriespeicher, der an eine 17 kWP PV Anlage gekoppelt ist. Diese ist auch noch in drei Himmelsrichtungen ausgerichtet, sodass wir im Sommer teilweise in den Morgenstunden schon 4000 kWP generieren. Einmal jährlich eine kleine Wartung, für ca. 100 EUR. Das wars.
Die Beharrungskräfte sind (nicht nur, aber vor allem) in D groß. Warum sollte der „Feld-, Wald-, und Wieseninstallteur“ auch eine WP als neue Heizung empfehlen? Mit Öl und Gas kennt er sich aus, seine Leute kennen sich aus und Wartungen/Reparaturen versprechen ein kalkulierbares After-Sales Geschäft über Dekaden. Mit WPs muss man sich beschäftigen, Leute schulen, Auslegungen berechnen und hat ein mindestens unsicheres Wartungsgeschäft in der Zukunft. So (vergleichsweise) simpel diese Technik ist, so unbekannt ist sie halt auch. Unbekanntes/Neues erzeugt in D Angst. Und wenn der Installateur sagt, „die alte 11kW Gastherme tauschen wir gegen eine 8kW Brennwerttherme…“ dann werden 99% der Kunden das genau so machen.
Es gibt auch regulativ noch einiges zu tun. Wer von Gas auf Wärmepumpe umstellt muss oft sehr hohe und ungerechtfertigte Rückbau Kosten zahlen. Das kann per Gesetz gedeckelt werden oder man sollte es zu 100% steuerlich abschreiben können. Mir wurden für 2,5 Stunden Arbeit knapp 1700€ in Rechnung gestellt. Letztes Jahr kostete es noch 2500€. Willkür der Netzbetreiber um ihr Geschäftsmodell möglichst lange beizubehalten ist möglich und wird gemacht.
Das Medien Summa summarum eher Angst als Nachrichten und eher Meinungen statt Fakten anbieten, ist eine bittere Lektion.
Hm …. Warum „kann“ der Installateur nichts für die zu hohe Stromrechnung? Er ist doch der „Fachmann“ für eine sach- und fachgerechte Planung = Dimensionierung der Anlage! Ober könnte es sein, dass bei der Nachplanung noch Optimierungspotential bzgl. der Dienstleistung besteht 🤔😉
B+COM
1moVor fünf Jahren habe ich mich für den Einbau einer Wärmepumpe in einen Neubau entschieden. Die Installationsfirma ist in meiner Gegend renommiert, der Hersteller der Pumpe hat ebenfalls einen guten Ruf. So weit, so gut. Jetzt, im vierten Herbst/Winter zweifele ich an meiner Entscheidung. Denn im ersten Winter fraß sich der Kompressor fest. Die Anlage wurde getauscht. Im zweiten Winter spielte ein Ventil verrückt, vermutlich waren Späne des Kompressors im System verblieben. Ventil wurde getauscht. Im dritten Winter erneuter Tausch eines Ventils. Vor ein paar Wochen verweigerte die Anlage wieder ihren Dienst. Diagnose: starker Verlust von Kältemittel. Auch durch das Abdrücken der Anlage, konnte keine Undichtigkeit ermittelt werden. Fazit: Die Systeme (oder: das von mir genutzte System) sind zu komplex und zu fehleranfällig. Ein Gasbrenner dagegen, ist im Aufbau simpel und mir ist keine Gasbrenner-Katastrophen-Geschichte bekannt, die meiner Wärmepumpen-Arie auch nur annähernd gleicht. Das hohe Lied auf die Wärmepumpe wird von mir ganz sicher nicht gesungen.