Audioschnitt ist eine große Hürde für alle, die Podcasts und Radio machen wollen. Doch es gibt Programme, mit denen Audio wie Text bearbeitet werden kann. Für wen sind sie geeignet? Ich habe Jahre gebraucht, um einen schnellen und sicheren Umgang mit Audioschnittsoftware (die Profis sagen DAW, Digital Audio Workstation) zu erlernen. Dabei ist technisches Know-How nicht alles, genauso lange dauert es, ein besonderes Gehör zu entwickeln: Was sind gute Töne? Was lässt sich schneiden, was nicht? Was kann ich im Nachhinein noch verbessern? Für Letzteres gibt es leider keine Abkürzung, das braucht einfach Übung. Jetzt aber zu den guten Nachrichten: Neue Software verspricht, Audioschnitt so einfach wie nie zu machen. Möglich wird das durch Transkription und der Verknüpfung von Text und Audio. Dadurch werden Änderungen im Text direkt auch im Audio vorgenommen. Für Menschen, die vor allem an die Arbeit mit Texten gewöhnt sind (wie wir eigentlich ALLE), ist das viel intuitiver. In der aktuellen Ausgabe meines Newsletters Workflow Shortcuts schaue ich mir eine Software an, die mir schon oft empfohlen wurde: Descript. Was kann das Programm und für welche Anwendungsfälle und User ist es geeignet? Dabei erzählen auch James Harper und Jasmin Bauomy wie sie Descript in ihren Workflows benutzen, vielen Dank euch zweien! Link zum Newsletter und der Ausgabe in den Kommentaren.
Das klingt interessant. Aber erkennt das Programm auch den Duktus des/der Sprechenden? Du hast ja schon richtig beschrieben, wie lange es dauert, ein gutes Gehör zu entwickeln und schnell und gut im Audioschnitt zu werden. Meine old school - Meinung ist auch, das geschriebener Text Text ist und Audio Audio. Wenn wir mit Tönen, Texten, Musik, Geräuschen in Radio und Podcast arbeiten, sollten wir grunddätzlich mit dem Audio arbeiten, also hören, wo ich überhaupt schneiden kann, so dass es gut klingt. Der transkribierte Text liefert meiner Meinung nach lediglich Orientierung. Nicht alles, was eine KI glaubt schneiden zu können, lässt sich auch schneiden. Vermutlich erfordert die Nachbearbeitung mehr Zeit, als wenn ich es gleich ordentlich schneide. Warum dann nicht von Anfang an? Durchhören muss ich es ja trotzdem. Die Frage ist auch - vielleicht ein bisschen provokant - wenn ich gut texte, aber von Audio keine Ahnung habe, warum bleibe ich dann nicht beim Schreiben? Oder: warum lerne ich dann nicht, wie man Audio richtig bearbeitet? Klar, die KI macht vieles möglich. Die Frage ist in diesem Fall nur: wo ist mein Zeit- und wo mein Qualitätsgewinn?
Spannend :) Das Team aureka for media entwickelt bei uns in der Innovationsförderung gerade ein ganz ähnliches Tool. Wenn das für dich spannend ist und du Lust hast, dich mal mit Team auszutauschen, sag gerne Bescheid. https://www.miz-babelsberg.de/foerderung/foerderprojekte-alumni/details/aureka-for-media.html
Toll an Descript ist für mich, als technischer Producer/Sounddesigner oder wie auch immer man es genau nennt, der Export als edl. so kann ich von der Redaktion in Descript vorgeschnittenes Material super in Reaper importieren und muss nicht selber die ganze O-Töne nach Timecodes schneiden. Zudem kann die Redaktion es vorher schonmal grob geschnitten hören. Das ist eine wirklich angenehmer Workflow.
Hi Niklas, danke für den Input. Ich bin bisher eher Fraktion „mit DAW schneiden“. Mein wichtigstes Tool wurde über die Jahre die Magic Mouse von Apple. Weil man mit ihr horizontal scrollen kann. 😉 Spannend finde ich Descript trotzdem. Was mich dringlich interessiert, was ich in Deinem Newsi und auf der Webseite noch nicht gefunden habe: Hast Du einen Plan, ob die hochgeladenen Rohdateien auch im Hintergrund zum Lernen der KI genutzt werden? Wenn ja, wäre das zumindest ein KO-Kriterium für mich, weil ich dann vorab alle meine Gesprächspartner:innen um Einwilligung bitten müsste. Oder hab ich was übersehen? Merci & Gruß - Jens
Habe es zufälligerweise in den letzten zwei Wochen auch ausprobiert und im Abonnement. Habe es heute allerdings wieder gekündigt. Neun von zehn Schnitten müssen korrigiert werden. Die tollen Funktion, die auf Englisch funktionieren, funktionieren auf Deutsch noch nicht so richtig. Für mich dauert es so deutlich länger. Aber das Potenzial kann ich sehen. Ich rate trotzdem davon ab, nur im Skript zu arbeiten, wenn man Audio macht. die klassischen DAW Funktionen und das Skript bearbeiten, sollten da enger verzahnt werden.
in der Audio-Software Twisted Wave kann ich auch Texterkennung zuschalten. Das ist sehr hilfreich. Descript hatte ich vor längerer Zeit mal ausprobiert, da war es für deutsch noch gar nicht zu gebrauchen..
Auf so etwas habe ich gewartet! In einer Produktion nutzen wir trint!, die Funktion direkt am Text das "Audio" schneiden zu können, würde das Tool perfekt machen. Aber gibt's noch nicht. Ich schaue mir das gleich mal an :) Danke für den Tipp!
Freier Journalist für Podcast und Audio / ➡️Workflow Shortcuts➡️ Der Newsletter für einen reibungslosen Podcast-Workflow und mehr Zeit für das Wesentliche - deine Inhalte.
9mohttps://steadyhq.com/workflow-shortcuts/posts/88d49750-af9d-422c-9230-889484688310?utm_campaign=steady_sharing_button