#Kraftwerksstrategie der Bundesregierung: Das schadet den Klimazielen, ist unnötig und teuer Interview mit @freiepresse wir sind im Jahr 2024, reden seit über 20 Jahren über die Energiewende – aber was tun wir? Wir investieren in Gaskraftwerke. Das passt nicht zueinander! Das fossile Energiesystem ist ein Auslaufmodell. Ein hoher Anteil oder eine Vollversorgung aus erneuerbaren Energien ist deutlich preiswerter als ein konventionelles Energiesystem – wenn wir es endlich effizient nutzen. Etwa indem wir den Ökostrom direkt für die E-Autos, den Schienenverkehr oder für den Betrieb von Wärmepumpen nutzen. Solche großen Ineffizienzen wie im konventionellen Energiesystem oder solche Energieverluste wie beim Verbrennungsmotor gibt es da nicht. Das belegen unsere und andere Studien. Ein hoher Anteil an erneuerbaren Energien ist deutlich preiswerter und effizienter. https://lnkd.in/eTxr5jBy
Das Problem ist, dass alles nicht zusammen gedacht wird. Man sieht häufig nur die (günstigen) Gestehungskosten der EE, nicht aber die Netzanbindungskosten und vor allem nicht die Leistungsvorhaltekosten. Die kalte Dunkelflaute ist sehr real und da sie "kalt" ist, werden leider genau in dieser Zeit die Verbräuche von den vielen Millionen Wärmepumpen, GEG-erlaubten Stromdirektheizungen und der Elektromobilität steigen. Sinnvoll wäre eine dezentrale Kraftwerksstrategie, mit Hybridkraftwerken und Nah/Fernwärmeversorgung: 1. Gas / H2-Backupkraftwerk (Verbrennungsabwärme bei Strommangel) 2. Elektrolyseur (Abwärme der H2-Produktion bei zu viel EE-Strom (in Zukunft häufiger)) 3. Thermischer Langzeitspeicher zur Pufferung Über den Verkauf von grüner "Abwärme" gäbe es auch eine Refinanzierungsmöglichkeit. Leider ist der Kohleausstieg "absolut". Kohlekraftwerke könnten insb. für die kalten Dunkelflauten noch lange weiter genutzt werden und die CO2-Emissionen der kurzzeitigen Kohleverstromung wird in den Zeiten von EE-Überfluss durch Carbon Capture kompensiert. Auch hier wäre es sinnvoll, wenn es echte, wirksame internationale Zertifikate gäbe, wo man sich CO2-Abscheidung und Speicherung einkaufen könnte.
Aktenkundig dokumentierte Ahnungslosigkeit. Nehmen Sie die Gaskraftwerke weg und die stabile Stromversorgung ist auch weg. Das ist aber DIE Vorraussetzung für einen Industriestandort. Natürlich wird der Strom teuer, wenn wir praktisch ein zweites Energieversorgungssystem vorhalten müssen, weil wir uns (im Sinne des Worte!) ums Verrecken für ein unzuverlässiges als Hauptsystem entscheiden müssen. Und der Strom wird noch viel teurer werden. Wir brauchen noch ein komplett neues Pipelinenetz, wenn diese Kraftwerke dann auf 100% Wasserstoff laufen. Der aber von weit her mit Schiffen transportiert werden muss. Die auch erst noch gebaut werden müssen. Dass wissen die GRÜNEN Genies aber noch nicht.
Ich stimme Ihnen ja in den meisten Fällen gerne zu. Aber hier kann ich Ihnen nicht folgen. Wir können doch die Dunkelflaute nicht ignorieren. Womit soll denn diese Stromlücke anders gefüllt werden als mit Gaskraftwerken. Wenn der Zubau nicht frühzeitig gelingt dann laufen die Kohlekraftwerke weiter und die laufen dann betriebsbedingt länger als für das Auffüllen der Lücke notwendig. Eine CO2 Bepreisung muss dafür sorgen, dass die Gaskraftwerke nur so lange wie nötig am Netz sind . Und wenn dann mal genug grüner Wasserstoff verfügbar ist, sollten sie dann auch diesen Brennstoff nutzen. So wichtig Batterien als effiziente Energiespeicher sind, ist für mich z Zt nicht vorstellbar, dass eine Lücke von mehreren Tagen damit überbrückt werden kann
Frau Claudia Kemfert, jetzt wissen wir, was Sie nicht möchten, aber was statt dessen? Schon mal überlegt wieviel Gaskraftwerke wir benötigen um Erneuerbare Energie im Jahr 2045 zu speichern? Wie wäre es mit Diversität bei Speichertechnologien? Wir sollten zudem die Hoffnung nicht aufgeben, dass dieser unsägliche Krieg in der Ukraine bald ein Ende findet und dann stellen Gaskraftwerke erst recht eine sinnvolle Übergangstechnologie dar, welche sukzessive mit mehr & mehr grünem Gas betrieben werden, bis in 25 Jahren der Anteil von grünem Gas 100% beträgt. Wenn Sie sagen, "Die Schaffung von Kapazitätsmärkten zum jetzigen Zeitpunkt schafft Überkapazitäten, ist teuer und ineffizient" mag das zwar stimmen, aber Gaskraftwerke entstehen auch nicht über Nacht. Wann sollen diese Kraftwerke gebaut werden, wenn nicht jetzt? Ich finde es vernünftig Gaskraftwerke zu bauen, dann Elektrolyseure & Batterien dort verwenden, wo Schnelligkeit beim Ein- & Ausspeichern gefragt ist (Netzstabilität). Als Wirtschaftswissenschaftlerin sollten Sie lieber an Wirtschaftsmodellen arbeiten wie sich Gaskraftwerke trotz geringer jährlicher Betriebsstunden wirtschaftlich rechnen. Das wird auch in Zukunft ein Problem sein, welches es zu lösen gilt.
Frau Kemfert, es mag ja Gründe geben, wieso man ganz offensichtlich nicht auf Sie hört. Und, so weit gehe ich, die Gründe sind verdammt gut. Wir reden nicht seit 20 Jahren über die Energiewende, wir reden seit 20 Jahren über Fantasiegebilde, die im Widerspruch zu den Gesetzen der Physik stehen. Über Lobbyarbeiten, die als Studien tituliert werden, den Begriff aber nicht verdienen. Mit der Kraftwerksstrategie (die in der Ausrichtung viele vernünftige Aussagen enthält) hat die Bundesregierung nun endlich zwei Dinge festgehalten: A) Dunkelflauten sind real. Dafür braucht es reale Lösungen. B) Leistung fällt nicht vom Himmel und internationale Verpflichtungen sind keine Kann-Bestimmungen. Sollten wir nun tatsächlich wieder dazu kommen, dass auf Experten mit echter(!) Expertise gehört wird, dann ist für eine zukünftige, sichere und CO2-arme Energieversorgung viel gewonnen.
Als Energiewirt brenne ich seid über 20 Jahren für die Energiewende und bin bei der neuen Kraftwerksstrategie hin und hergerissen. Ich glaube in der Übergangszeit werden wir die Gaskraftwerke brauchen weil wie alles im Leben Zeit braucht. Der Speicherausbau geht viel zu langsam und technische Teillösungen wie die Bidirektionale Nutzung der Autobatterie wird noch verhindert weil die Autohersteller nicht die Schnittstellen dafür freigeben weil sie die Garantie der Batterien gefährdet sehen und auch das Potenzial Biogas wird nicht erkannt. Auch der Hoffnungsträger Wasserstoff ist eine riesige Herausforderung weil der Bedarf enorm ist. Einerseits wissen wir das wir so nicht weiter machen können aber wenn es konkret wird und den einzelnen betrifft wird dagegen Sturm gelaufen. Wir werden alles brauchen um diese riesige Herausforderung zu meistern.
Der Aufschrei zur Kraftwerksstrategie kommt leider wenige Jahre zu spät 🤷♂️ Wir hatten kontinuierlich, sicher und klimafreundlich arbeitende Kraftwerke, die 20% des Strombedarfs Deutschlands sicherten. Diese Kraftwerke hat eine verblendete Klimaideologie ohne Sachlichkeit und Zwang abgeschaltet Heute das hilflose Reagieren mit Gas, weil damals kein Agieren für #AKWs. Dummheit muss bestraft werden, nur dass nicht den Verursacher sondern den Bürger trifft, den dieses mit Heller und Taler teuer zu stehen kommt.
Robert Habeck hat als Kraftwerksstrategie 10 GW vorgestellt:-) Zur Einordnung der prognostizierte Bedarf an Wasserstoffturbinen liegt gemäß DIW Studie bei … circa 90 bis über 100 GW Kurze Verständnisfrage: Was 2021 noch richtig war, kann doch nicht 2024 schon wieder unnötig und teuer sein? DIW Berlin (2021): 100% erneuerbare Energie für Deutschland unter besonderer Berücksichtigung von Dezentralität und räumlicher Verbrauchsnähe – Potenziale, Szenarien und Auswirkungen auf Netzinfrastrukturen. Seite 8. https://www.diw.de/documents/publikationen/73/diw_01.c.816979.de/diwkompakt_2021-167.pdf
Geschäftsführung bei SCS ShortCut Solutions
9moBislang war ich mir im Prinzip stets mit Ihren Standpunkten zur Energiewende einig - hier jedoch kann ich nicht so recht folgen. Die Gaskraft ist seit je her die Komplemtärtechnologie zu den EE-Erzeugern. Perspektivisch ist PtG auch die bislang einzige Option, einen ausreichenden Energievorrat zur Überbrückung von Flautenereignissen anzulegen bzw. zu unterhalten. Für ein schlüssiges, soll heißen gerechnetes Modell benötigen wir nach aktuellem Stand noch rund 25 - 30 GW grundlastfähige und zugleich hochflexible Erzeuger. Da fällt mir letztlich nur Gaskraft ein. Biomasse ist bereits ausgereizt, wenn nicht gar schon übertrieben. Letztlich ist auch Biomasse letztlich Gaskraft - welche heute jedoch noch völlig falsch eingesetzt wird, da "auf Strich" gefahren. Das muss unbedingt verändert werden. Das Methan aus der Biomasse gehört ins Gasnetz und nicht in die permanente Direktverstromung. Sie suggerieren, dass mehr Gaskraftwerke auch mehr Gasverbrauch bedeuten würden. Das ist aber falsch. Diese Kraftwerke werden die allermeiste Zeit abgeschaltet sein. Zugleich sind sie aber eben auch eine Grundbedingung für den weiteren EE-Ausbau. Ein EE-Ausbau ohne Komplementärerzeuger funktioniert nunmal nicht. Oder wie soll es funktionieren?