Benjamin Stephan’s Post

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Political advisor at Greenpeace

Sehr geehrter Herr Brandstätter,   Ihre Hoffnung in allen Ehren, aber die jahrzehntelange Reibung zwischen Umweltschützer:innen und der deutschen Autoindustrie hat im Klimaschutz leider keinerlei Fortschritt gebracht. 2019 lagen die CO2-Emissionen im Verkehr genauso hoch wie schon 1990. Diese drei verlorenen Jahrzehnte haben bei Menschen, die ihren Kindern und deren Kindern einen halbwegs intakten Planeten hinterlassen wollen, eine – um es vorsichtig auszudrücken – gewisse Skepsis ausgelöst. Wenn die Hersteller und gerade der größte unter ihnen, Volkswagen, den Klimaschutz tatsächlich so ernst nehmen, warum tut sich dann nichts?   Es war nicht mal diese Frage, die die Aktivistinnen und Aktivisten von Greenpeace heute Morgen in Emden über den Zaun getrieben hat. Es war die pure Empörung darüber, dass Volkswagen behauptet, so viel für den Schutz des Klimas zu tun, aber parallel weiter seelenruhig eine weitere Generation klimaschädlicher Verbrenner entwickelt. Man kann nicht behaupten, die Klimakrise ernst zu nehmen und dann einen Satz schreiben, wie Sie es tun: „Schon 2026 werden wir die letzte Verbrennerplattform entwickeln.“ 2026? Schon? [Weiter in den Kommentaren] #VWTF

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Member of the Board of Management of Volkswagen AG | China Operations

Ohne Reibung kein Fortschritt. Die Gesellschaft braucht kritische Stimmen, die den Status Quo infrage stellen. Nicht zuletzt die Fridays for Future Bewegung hat für große Dynamik beim Klimaschutz gesorgt. Heute haben Greenpeace Aktivisten in Emden hunderte von Autoschlüsseln aus unseren zum Verladen bereiten Fahrzeugen gezogen. Sie wollen, dass wir die Produktion von Verbrennern sofort stoppen. Ich verstehe, dass vielen der Wandel nicht schnell genug geht. Aber diese Transformation ist ein tiefgreifender Prozess. Volkswagen will den Wandel: Wir haben uns als erster Autobauer zum Pariser Klimaabkommen bekannt. Bis 2050 machen wir das ganze Unternehmen bilanziell CO2-neutral. In Europa wollen wir die CO2-Emissionen über den Fahrzeuglebenszyklus bis 2030 um 40% gegenüber 2018 reduzieren. Mehr als 70 % unseres Absatzes werden dann E-Autos sein. Und: Schon 2026 werden wir die letzte Verbrennerplattform entwickeln. Der schnelle Umstieg zur E-Mobilität ist richtig. Entscheidend dafür ist aber nicht nur das breite Angebot an E-Autos, sondern auch politische Rahmenbedingungen, Erweiterung des Ladenetzes und Ausbau erneuerbarer Energien. Der Schlüssel zum Klimaschutz steckt in einem gemeinsamen, langfristigen gesellschaftlichen Kraftakt. Volkswagen wird seinen Teil dazu beitragen.

Protest gegen Verbrenner: Greenpeace zieht VW den Schlüssel

Protest gegen Verbrenner: Greenpeace zieht VW den Schlüssel

ndr.de

Benjamin Stephan

Political advisor at Greenpeace

1y

Auf dieser Plattform, das wissen Sie viel besser als wir, sollen Millionen weitere klimaschädliche Diesel und Benziner in alle Welt verkauft werden. Bis mindestens 2040. Weil Sie Fridays For Future extra erwähnen: Erklären Sie doch mal jungen Menschen, die um ihre Zukunft fürchten, warum es Volkswagen richtig findet, noch Jahrzehnte Abgasautos zu verkaufen. Oder wo genau sich VWs Verantwortung im erklärten Ziel findet, Weltmarktführer bei SUVs zu werden.   Trotz der von Volkswagen ignorierten Dringlichkeit fordert Greenpeace nicht, dass Sie die Produktion von Verbrennern „sofort stoppen“. Wir fordern schlicht und ergreifend, dass Volkswagen seinen fairen Beitrag zum Erreichen des 1,5-Grad-Ziels leistet. Laut IEA dürften dazu ab 2035 weltweit keine weiteren Verbrenner mehr zugelassen werden, in Europa müsste schon 2028 Schluss sein mit Abgasautos, in Deutschland ab 2025. Ja, das sind anspruchsvolle Ziele, aber es sind nicht unsere, sondern die aus Paris abgeleiteten.   Sie schreiben, Volkswagen werde seinen Teil zum Klimaschutz beitragen. Der erst Schritt wäre, die nächste Verbrennerplattform zu streichen und die dafür vorgesehenen Milliarden in saubere Mobilitätslösungen zu investieren.  #VWTF

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